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Henrike Naumann 1984 – 2026

Erst im Juni vergangenen Jahres wurden Henrike Naumann als eine der beiden Künstlerinnen genannt, die ab dem 8. Mai dieses Jahres den Deutschen Pavillon bespielen werden. Gemeinsam mit der in Vietnam geborenen und in Berlin lebenden Sung Tieu arbeitete sie bis zuletzt an der Präsentation, die Eröffnung noch zu erleben war ihr leider nicht vergönnt.

Am 14. Februar verstarb Henrike Naumann an einer zu spät diagnostizierten Krebserkrankung, wie ihre Familie am Sonntag bekanntgab. “Die Ausstellung in Venedig wurde und wird so umgesetzt, wie ihre Laufbahn begonnen hat: als Gemeinschaftsprojekt, angeleitet durch Henrikes künstlerische Vision", hieß es weiter in der Nachricht.

1984 in Zwickau geboren, setzte sie sich in ihrer künstlerischen Arbeit immer wieder mit der Geschichte der DDR und den Nachwirkungen der Wiedervereinigung auseinander. Dazu kam der aktuelle Rechtsruck in Deutschland und Europa und die jüngere Geschichte des Rechtextremismus. Das Material für ihre Kunst fand sie in Möbelhäusern und Designstores, wie etwa für ihre Installation im Rahmen des Steirischen Herbst 2018, oder im Lentos Linz, wo sie für die Ausstellung über den Bilderraub der Nationalsozialisten einen Bezug herstellte zur Raumsituation in Hitlers Berghof in Berchtesgaden - und zwar mit „gutbürgerlichem“ Interieur inklusive Wiege mit den eingeschnitzten Wirten „Für Volk und Vaterland“.

Das für die Präsentation im Deutschen Pavillon in Venedig zuständige Institut für Auslandsbeziehungen zeigte sich betroffen vom unerwarteten Tod der Künstlerin: „Mit Henrike Naumann verlieren wir nicht nur eine bedeutende Vertreterin der deutschen Gegenwartskunst, sondern auch eine warmherzige, wache und hoch engagierte Persönlichkeit. Ihr Vermächtnis lebt weiter – in ihren Werken, in den zahlreichen internationalen Kooperationen, die sie angestoßen hat, und in den vielen Menschen, die durch ihr Denken und Schaffen inspiriert wurden.“

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Abbildung: Henrike Naumann bei der Bekanntgabe des Programms für den Deutschen Pavillon 2025, Foto: Victoria Tomaschko

Mehr Texte von Werner Remm

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