Werbung
,

Sharon Ya'ari - Plants I didn’t ask for, ones I did: Unser aller Leben

Der bereits mehrfach bei Martin Janda gezeigte israelische Künstler Sharon Ya`ari, stellt in seiner Arbeit Fragen nach der gegenwärtigen israelischen Conditio Humana. Sein Titel, „Plants I did not ask for, ones I did” spricht eine Situation an, mit der sich die Mehrheit der israelischen Bevölkerung derzeit auseinandersetzen muss. 70% der Israelis sprachen sich gegen den Gaza Krieg aus und finden sich jetzt in einem militärischen Konflikt auch mit dem Iran wieder, der territoriale Ausläufer an den nördlichen Grenzen von Israel hat. Dabei haben Sie nicht um diese Auseinandersetzung gebeten. Allmählich kippt dabei die israelische Bevölkerung von einem latenten Kriegszustand in einen permanenten. Ya`ari der in den 10er Jahren des 21. Jahrhunderts oft durch Israel reiste und heikle Punkte wie Grenzzäune, -häuser oder verlassene Spielplätze fotografierte, zieht sich schon seit längerem in sein Haus und seinen Garten in Tel Aviv zurück. Das Habitat und seine wilden Gewächse waren immer im Besitz seiner Familie. Er lebte schon als Kind dort und so fungieren Haus und Garten wie eine schützende Hülle.

Bei Martin Janda sind Silbergelatin-Prints zu sehen, die sowohl ausgerissene, landläufig als Unkraut bezeichnete Pflanzen, zeigen. Sie sind in eine Art Brettchen oder an Ästchen gespannt und werden bei Tageslicht fotografiert. Seine Motive entnimmt Ya`ari Fotografien aus den Familienalben, indem er die dort zu sehenden Pflanzen botanisch bestimmt, sie im Garten sucht, zum Teil nachsetzt und fotografiert. Es ist eine Art Katalogisierung des Istzustands seiner Umgebung. Diese Beschäftigung mit den unmittelbar vor ihm liegenden Lebewesen hat eine selbstvergewissernde Komponente, die ein wesentlicher Faktor der Kunst Sharon Ya`aris ist.

Weiters züchtet Ya`ari Gemüse wie Kohl, Kraut und Mais, das er wie bei Porträtaufnahmen arrangiert und in der Nacht mit längerer Belichtungszeit fotografiert. Die Fotografieren wirken wie niederländische Stillleben alter Meiser aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Dabei spielt der Faktor Zeit eine wesentliche Rolle, welken doch die Gemüse schnell dahin. Meist sind es Aufnahmen kurz vor dem einsetzenden Verfallsprozess. Auch schimmern Kohl und Karotten milchig weiß, weil sie von dem Staub der Umgebung bedeckt sind. Ya´ari hat bei der Bestimmung der Pflanzen viele nicht heimische Exemplare entdeckt und stellt damit fest, dass die Unruhe der Welt bis in seinen Garten hinein reicht.

In einem weiterem Zyklus sind in der Ausstellung eine Reihe von Papier-Prints zu sehen, die den Künstler als Kind in diesem Garten zeigen. Der zehnjährige Ya`ari der 70er Jahre, bekommt als Antipoden seinen Sohn, der im Raumanzug im Garten steht.

Wir alle können uns bis zu einem gewissen Grad aus der Welt zurückziehen. Dennoch kann uns die Wucht der Geschehnisse auf vielfältige Art und Weise treffen. Dies zeigt Ya´ari in sehr poetischer Art und Weise.

Mehr Texte von Susanne Rohringer

Werbung
Werbung
Werbung

Gratis aber wertvoll!
Ihnen ist eine unabhängige, engagierte Kunstkritik etwas wert? Dann unterstützen Sie das artmagazine mit einem Betrag Ihrer Wahl. Egal ob einmalig oder regelmäßig, Ihren Beitrag verwenden wir zum Ausbau der Redaktion, um noch umfangreicher über Ausstellungen und die Kunstszene zu berichten.
Kunst braucht Kritik!
Ja ich will

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung

Sharon Ya'ari - Plants I didn’t ask for, ones I did
20.03. - 02.05.2026

Galerie Martin Janda
1010 Wien, Eschenbachgasse 11
Tel: +43 1 585 73 71, Fax: +43 1 585 73 72
Email: galerie@martinjanda.at
http://www.martinjanda.at
Öffnungszeiten: Di-Fr: 11-18h
Sa: 11-16h


Ihre Meinung

Noch kein Posting in diesem Forum

Das artmagazine bietet allen LeserInnen die Möglichkeit, ihre Meinung zu Artikeln, Ausstellungen und Themen abzugeben. Das artmagazine übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der abgegebenen Meinungen, behält sich aber vor, Beiträge die gegen geltendes Recht verstoßen oder grob unsachlich oder moralisch bedenklich sind, nach eigenem Ermessen zu löschen.

© 2000 - 2026 artmagazine Kunst-Informationsgesellschaft m.b.H.

Bezahlte Anzeige
Bezahlte Anzeige
Gefördert durch: