Birgit-Jürgenssen-Preis 2026 geht an So Young Park
Die Künstlerin So Young Park erhält den mit 5.000 Euro dotierten Birgit-Jürgenssen-Preis 2026. Sie überzeugte die Jury mit dem poetischen Ansatz ihrer Performances: In der Interaktion mit ihren filigranen Skulpturen entwickelt sie eine künstlerische Praxis, die das Verhältnis zwischen Körper und Objekt konsequent befragt und neu auslotet. Die Verleihung des 23. Birgit-Jürgenssen-Preises an So Young Park findet am Dienstag, den 21. April um 18 Uhr in der Aula des historischen Akademiegebäudes am Schillerplatz statt. Die Akademie der bildenden Künste Wien vergibt den mit 5.000 Euro dotierten Birgit-Jürgenssen-Preis seit mehr als zwei Jahrzehnten in Kooperation mit dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS) und der Galerie Hubert Winter. Im Gedenken an die österreichische Künstlerin und Lehrende an der Akademie Birgit Jürgenssen werden Arbeiten aus den Bereichen Video- und (digitale) Medienkunst, Zeichnung, künstlerische Fotografie, Skulptur und Malerei ausgezeichnet.
Jurybegründung
Die Jury würdigt die neue Preisträgerin des Birgit Jürgenssen Preis, So Young Park, für eine künstlerische Praxis, die von einem poetischen Ansatz ausgehend performative Feinheit und skulpturale Präzision verbindet. In ihren Arbeiten setzt sie Körper und Objekte in neue, sorgfältig komponierte Relationen und versteht Skulptur als etwas Prozessuales, das erst durch Handlung, Berührung und zeitliche Dauer aktiviert wird. Dabei werden auch die Zuschauer_innen einbezogen, deren Wahrnehmung und körperliche Präsenz den Arbeiten eine zusätzliche Dimension verleihen.
Zentral ist in So Young Parks Werk das Verständnis von Emotion als Bewegung – als ein Gefüge von Erinnerungsfragmenten, das sich im performativen Moment immer wieder neu ordnet. Metallene Strukturen, textile Elemente und klangliche Setzungen wirken wie Spuren vergangener Begegnungen; sie verweisen auf Erinnerung als etwas, das nicht bewahrt, sondern im Akt des Wiederholens und Überschreibens fortwährend rekonstruiert wird.
Die opulente und zugleich feingliedrige Materialität ihrer Arbeiten unterstreicht diese Dynamik. Die skulpturalen Elemente ihrer Settings erscheinen nicht bloß als Requisiten, sondern als eigenständige Akteur_innen, die Handlung ermöglichen und Widerstand leisten. So Young Park reflektiert konsequent das Verhältnis zwischen Körper und Objekt. Darin erkennt die Jury eine Weiterführung zentraler Fragestellungen im Werk von Birgit Jürgenssen: die Auseinandersetzung mit dem Körper, mit Rollenbildern und materiellen Zuschreibungen. Darau entwickelt So Young Park eine eigenständige künstlerische Sprache.
Mit dem Birgit-Jürgenssen-Preis werden jährlich Studierende ausgezeichnet, deren Arbeiten durch besondere künstlerische Qualität und eine reflektierte Auseinandersetzung mit gegenwärtigen Fragestellungen überzeugen. Zugleich ist der Preis Ausdruck der langjährigen Kooperation zwischen der Akademie der bildenden Künste Wien, dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS) sowie der Galerie Hubert Winter.
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