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Thomas Zipp 1966 – 2026

Einordnen ließ sich die Kunst von Thomas Zipp nur schwer. Er arbeitete mit Malerei genauso wie mit Fotografie, Video und Objekt. Sein bevorzugtes Medium aber war die Installation. Ausufernde Konstruktionen, Maschinen, Räume, die Schulklassen oder Seminarräumen nachempfunden waren oder kleinen Kapellen, absurd-komische Laborsettings, gerne auch bespielt von Performer:innen – in solchen Inszenierungen collagierte Zipp seine Gedanken und Recherchen zu Themen zwischen Apokalypse und Erlösung, die er aus dem 20. und 21. Jahrhundert herausdestillierte. Die Traumdeutung Sigmund Freuds, Adolf Loos‘ Schriften zum Ornament, die fragwürdigen Psychoexperimente eines Michael Persinger oder die Sorge um die psychische Gesundheit der westlichen Konsumgesellschaft verarbeitete er in Ausstellungswelten, denen sich die Besucher:innen nur schwer entziehen konnten und gerne auch zur Mitwirkung eingeladen waren.

In seiner Ausstellung „Society of the Spectacle“ in der Galerie Krinzinger setzte sich Zipp mit  Dante Alighieris „Göttliche Komödie“ und Guy Debords „Die Gesellschaft des Spektakels“ auseinander. artmagazine interviewte ihn dazu in der Galerie.
⤇ Hier geht es zum Interview

Thomas Zipp, geboren 1966 in Heppenheim, Deutschland, studierte bei Thomas Bayrle an der Städelschule in Frankfurt am Main und an der Slade School in London. Er unterrichtete an der Hochschule der Bildenden Künste Karlsruhe, Universität der Künste Berlin und der Universität für Angewandte Kunst Wien und gehörte zu den einflussreichsten Künstler:innen seiner Generation. Er hatte zahlreiche Ausstellungen in Galerien und Institutionen wie die Kunsthalle Fridericianum in Kassel, Kunsthalle Düsseldorf, Bundeskunsthalle in Bonn, Städtische Kunsthalle Mannheim, Migrosmuseum für Gegenwartskunst, Zürich, Museum of Modern Art, Warschau, Den Frie Center of Contemporary Art, Copenhagen, am MoMA, New York, der Tate Modern in London und am MCA Chicago.

Wie die Galerie Barbara Thumm mitteilte, verstarb Thomas Zipp am Karfreitag, den 3. April unerwartet in Berlin.

Mehr Texte von Werner Remm

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