Zah an Politikon
“Unstoppable! Eurovision Song Contest Highlights im Museum” - Haus der Geschichte
I werd narrisch, schon fast ein Jahr ist es her, dass Österreich mit JJ den Song Contest gewonnen hat. Dieses historische Event ist erst zum dritten Mal so passiert, also muss man sich natürlich gründlich vor-, zwischen- und nachfeiern, zum Beispiel mit einer Ausstellung im Haus der Geschichte Wien zu Österreich und dem ESC. Leider muss ich wiederholen, das ganze gibt es hier erst zum dritten Mal. So gehen der Ausstellung nach drei Selbstbejubelungen leider die Exponate aus. Also eigentlich gibt es nur JJs Bühnenbild / Requisitensituation von letztem Jahr und Cochita Wursts Kleid von 2014 zu sehen, das ganze durch ein paar Fotos aufgestockt. “Unstoppable! Eurovision Song Contest Highlights im Museum” nennt sich die Schau und ist nach diesem angekündigten Superlativ! doch etwas mickrig und meiner Meinung nach wirklich kein Muss. Sehr schön aufbereitet und in den Hauspatschen bestens zu besuchen ist allerdings die zugehörige Web-Ausstellung “Protest. Skandale. Politik. 70 Jahre Eurovision Song Contest”. Kurator Florian Wagner hat zu jedem Jahr einen Text geschrieben (es sei hier angemerkt, in perfekter Online-Länge!), untermalt durch Videos und Fotos. Dabei kommt auch viel mehr der Duktus hervor, den sich das Haus der Geschichte offenbar für die Ausstellung vorgenommen hat, und zwar der politische. Es ist wünschenswert, dass sich Österreich als Gastgeberin so politisch zeigt wie in dieser Ausstellung. Unabhängig davon macht es als Fan der Veranstaltung auch einfach Spaß, sich durch zahlreiche alte Songs zu hören, viele davon mittlerweile Kult, oder zumindest als Kind ihrer Zeit schön nostalgisch - und auch als Fan gibt es noch hinreichend neues zu lernen. In Wien wird es zum ESC voll genug, ich empfehle wärmstens, zu Hause zu bleiben und die Vorbereitung Online zu erledigen. Wenn alle brav ihre Hausaufgaben machen, kann sich der ESC in Österreich vielleicht wirklich mal offener politisch zeigen - sodass man die Erklärung was in welcher Weise politisch war, gar nicht auf einer Website nachlesen muss.
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